Wer hat es auf Weihnachts- oder Handwerkermärkten nicht schon einmal beobachtet: Da werden Frühstücksbrettchen, Türschilder oder Dosen aus Holz angeboten, in die nach Wunsch auch noch ein Name oder eine persönliche Widmung eingraviert werden kann. Doch was ist das für eine Technik, und wie funktioniert sie?
Die Brandmalerei ist eine uralte Volkskunst, die schon im Mittelalter dazu diente, persönliches Eigentum dauerhaft zu kennzeichnen. Man verwendete damals die einfachsten Mittel – ein heißes Eisen oder ein glühender Draht musste ausreichen, um die Initialen oder den vollständigen Namen in das Holz zu brennen. Doch nicht nur Holz kann auf diese Weise bearbeitet werden, sondern auch andere natürliche Werkstoffe wie Leder und Kork können mit der Brandmalerei verschönert werden.
Heute verwendet man einen heißen Stift, der durch elektrischen Strom zum Glühen gebracht wird. Dieses ausschließlich für die Brandmalerei entwickelte Gerät ermöglicht ein sehr präzises Arbeiten: Nachdem ein Motiv oder ein Schriftzug auf das Holz übertragen wurde, kann mit dem Brennstift einfach nachgezeichnet werden. Allzu großer Druck auf die Brennschleife sollte dabei vermieden werden, damit sich diese nicht in der Holzmaserung verhakt.
Um das Motiv plastischer hervortreten zu lassen, kann außerdem schattiert und koloriert werden. Zum Schattieren wird die Brennschleife an der Kontur angesetzt und dann nach oben weggezogen, um ein Auslaufen der Schattenlinie zu ermöglichen. Dezente Farbübergänge können mit Ölmalstiften erzielt werden, auch ohne dabei gleich den typischen Charakter der Brandmalerei zu zerstören.
Besonders gut eignen sich alle helleren Hölzer wie Buchsbaum, Buche, Ahorn, Hainbuche, Linde, Weide und Platane für Brandgravur und Brandmalerei, weil sie auf Grund ihrer Oberflächendichte die Einarbeitung von winzigsten Details ermöglichen. Helle Nadelhölzer können ebenfalls verwendet werden, allerdings ist hier nur eine geringe Detaillierung möglich, weil die Stege zwischen dem Brand bei zu kleinem Muster möglicherweise abfallen.
Heute wird die Brandmalerei als Ausdruck volkstümlichen künstlerischen Schaffens und zur Verzierung einer Vielzahl von Gegenständen verwendet. Ob Teller, Dosen, Schatullen, Vasen, Türen, Tischplatten, Schränke, Truhen oder sogar Toilettendeckel aus Holz – jedem Gegenstand kann durch die Brandmalerei eine persönliche Note verliehen werden. Die hier abgebildeten Werke stammen alle von der Dortmunder Holzmalerin Birgit Neumann, die ihr Hobby zum Beruf gemacht und bereits in den 70er Jahren die Kunst der Brandmalerei erlernt hat. Alle ihre Arbeiten werden mit viel Liebe und Sorgfalt zum Detail ausgearbeitet – mehr Informationen über die Brandmalerin Birgit Neumann gibt es online unter www.brandkunst.de.