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Fußbodenheizung und Laminate

Das Thema Fußbodenheizung und Laminat wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Vor allem, ob Elektro-Fußbodenheizungen unter Laminat verlegt werden können, gilt mitunter sogar bei Experten noch als umstritten. Dabei spricht weder von Seiten des Laminats noch von Seiten der Elektro-Fußbodenheizung etwas gegen diese Liaison. Neue Techniken und Materialien machen es möglich. So erteilen viele Laminathersteller die Freigabe für Verlegung ihrer Produkte auf Flächenheizungen jeglicher Art (Warmwasser oder Elektro). Beim Kauf sollte man dennoch darauf achten, ob das auch auf der Verpackung angeben ist. Auch bei der Wahl der Fußbodenheizung sollte darauf geachtet werden, dass diese für Laminat geeignet ist. Es werden auf dem Markt jedoch spezielle Laminat-Fußbodenheizungen angeboten, die nur noch aus dünnen Folien bestehen und die der Selbermacher zudem noch selbst verlegen kann. Eines sollte aber von vorneherein klar sein: Laminat ist im Vergleich zu Fliesen ein guter Dämmstoff. Was auf der einen Seite schön ist, führt bei einer Fußbodenheizung allerdings dazu, dass diese etwas träger reagiert, also langsamer aufheizt.

Wer Laminat auf Fußbodenheizung verlegt, sollte einiges beachten, damit es zu keinen Problemen kommt: Der gesamte Fußbodenaufbau (in der Regel Dämmunterlage + Laminat) sollte zusammen einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 m²K/W nicht überschreiten. Je geringer dieser Wert, desto besser ist der Wirkungsgrad der Fußbodenheizung. Zur Ermittlung des Wertes ist der Wärmedurchlasswiderstand der verwendeten Dämmunterlage mit dem des Nutzbodens zu addieren (Parkett/Laminat). Die Werte des Nutzbodens sind beim jeweiligen Hersteller zu erfragen, liegen jedoch bei einem 7 mm Laminat bei etwa 0,07m²K/W. Zudem darf die maximale Oberflächentemperatur auf der fertig verlegten Fläche 26 Grad Celcius nicht überschreiten, ansonsten kommt es zu unschönen Fugenquellungen und Aufwölbungen. Sind mehrere Heizkreise vorhanden, darf nur dann ohne Dehnfugen verlegt werden, wenn alle Heizkreise mit derselben Temperatur betrieben werden.

Weiterhin muss auf den Estrich geachtet werden. Bei einem Altbau ist er natürlich bereits voll ausgehärtet und die Feuchtigkeit unter dem kritischen Feuchtewert von 1,8 % bei Zementestrich und 0,3 % bei Anhydritestrich. Ermittelt wird der Feuchtewert mit der CM-Messung. Bei einem Alt-Estrich steht dem Verlegen der Fußbodenheizung und anschließend des Laminats also nichts im Wege. Auch kein Schimmel, der zwangsläufig kommen wird, wenn der Estrich noch zu feucht ist und mit Laminat zugedeckt wird. Am besten noch mit Randleisten versehen, die das Entweichen von Feuchtigkeit vollends unterbinden. Bei einem neu eingebrachten Estrich ist daher erst einmal warten angesagt, bis der Estrich die erforderliche Trockenheit erreicht hat. Bei Heizestrich, wenn also die Fußbodenheizung im Estrich integriert ist, muss ein Aufheizprotokoll zum Belegreifheizen ausgefüllt werden. Das sollte die Sache eines Fachmanns sein.

Wir wollen uns hier zudem auch nur näher mit Fußbodenheizungen beschäftigen, die auf einen bereits bestehenden Altbelag bzw. auf einen Altestrich ausgebracht werden können. Hierbei wird, wie bei Heizestrichen auch, zwischen Warmwasser-Fußbodenheizungen und Elektrofußbodenheizungen unterschieden. Beiden Systemen gleich ist, dass sie eine äußerst geringe Aufbauhöhe besitzen, was auch sinnvoll ist, schließlich ist in Altbauten beim Fußbodenaufbau nicht viel Platz nach oben. Beide Systeme lassen sich zudem recht einfach auch vom Heimwerker verlegen, was bei einem Heizestrich nicht unbedingt der Fall ist.

Laminat-Fußbodenheizungen werden ausschließlich mit ungefährlicher Niedervoltspannung (24 Volt) betrieben. So kann beim Einbau auf den Elektriker verzichtet werden. Dazu wurde eine spezielle Heizfolie entwickelt, die auf einer drei Millimeter starken Trittschalldämmung angebracht ist. Über Kabel ist die Folie mit einem Steuergerät verbunden, das je nach Modell über zwei oder vier Ausgänge verfügt, an die jeweils bis zu sieben Heizelemente angeschlossen werden. Die Stromversorgung erfolgt über die normale Steckdose. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen basiert die Laminat-Fußbodenheizung auf dem Prinzip einer Direktheizung. Das heißt, es wird kein Speichermedium erwärmt, sodass die Wärme ohne Vorlaufzeit und Verzögerung sofort und gleichmäßig in den Raum abgegeben wird. Das soll laut Hersteller wertvolle Energie sparen, denn es wird nur dann geheizt, wenn im Zimmer auch wirklich Wärme gebraucht wird.

Neben Systemen von Elektrofußbodenheizungen für den nachträglichen Einbau werden auch Warmwasser-Fußbodenheizungen angeboten, die als Heizmatten auf den bestehenden Estrich ausgelegt werden können. Die Heizmatten können bis zu einer beheizenden Fläche von 20 Quadratmetern an bestehende Heizkörper angeschlossen werden. Der Abgang zur Bodenheizung muss dabei vor dem Heizkörperthermostat, der Rücklauf in Fließrichtung hinter dem Heizkörper liegen, damit alles separat regelbar bleibt. Ist die zu beheizende Fläche größer als 20 Quadratmeter, wird die vorhandene Umwälzpumpe der Heizung durch eine fertige Komplettstation unterstützt (bis 100 qm). Diese Komplettstation wird in den Hauptvorlauf und -rücklauf der bestehenden Heizung angeschlossen.

Es gibt Heizmatten unterschiedlicher Größe, die auf dem Boden ausgerollt und danach mit Fliesenkleber oder mit Niederhaltedübeln fixiert werden. Nach dem Fixieren können die Heizmatten an die Heizungsanlage angeschlossen werden und die Fußbodenheizung kann getestet werden. Funktioniert alles einwandfrei, wird die Anlage wieder ausgeschaltet. Sobald die Rohre kalt sind, wird der Boden mit Fließspachtel ausgeglichen. Die Ausgleichsmasse darf keinen Kontakt zur Wand haben, weshalb zuvor Randdämmstreifen rundum an die Wand geklebt werden müssen. Die Überdeckung der Rohre muss mindestens 5 mm betragen, damit sie den Punktbelastungen standhalten können und nicht beschädigt werden.
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  18.05.2012   Seitenanfang  |  zurück  |  drucken  |