Wer gerne Möbel baut, der kommt um Tischlerplatten nicht herum. Sind sie doch sehr stabil und besitzen
eine hohe Biegefestigkeit. Dazu sind sie formstabiler als Massivholz.
Es ist also mit weniger Quellen und Schwinden des
Holzes zu rechnen. Ansonsten lassen sich Tischlerplatten genauso behandeln wie massives Holz. Doch was sind Tischlerplatten,
in Österreich auch unter dem Begriff "Paneelplatten" bekannt?
Tischlerplatte ist zunächst einmal der "vornehmere" bzw. Fach-Ausdruck für Stabsperrholz bzw. Stäbchensperrholz.
Das
bedeutet, dass Tischlerplatten aus einer Vielzahl massiver Holzstäbe zusammengesetzt sind. Das sorgt für
die Stabilität.
Für die Optik sorgen edle Furniere, die auf die Oberfläche aufgebracht werden.
Als Furnier kommen alle erdenklichen Hölzer
zum Einsatz von Ahorn oder Buche über Eiche oder Nussbaum bis hin zu Mahagoni oder Teak. Darüber hinaus gibt es
Tischlerplatten mit Melaminharz-beschichtung, die besonders gerne für die Herstellung von Küchenmöbeln verwendet werden.
Hier ist die Oberfläche dann in weiß, in verschiedenen anderen Farben und in fantasievollen Dekoren erhältlich. Zwischen
dem Furnier bzw. den Decklagen kommen preiswerte Hölzer wie Fichte, Kiefer, Tanne oder Pappel als sogenannte Mittellage zum
Einsatz, wobei für besonders leichte Tischlerplatten auch Balsaholz verarbeitet wird. Schließlich gibt es noch
Tischlerplatten mit einer Decklage aus HDF-Platten. HDF steht für hochverdichtete Holzfaserplatte. HDF-Platten sind sehr
robust und äußerst belastbar.
Die Mittellage besteht aus senkrecht zum Furnier angeordneten Stäben oder Stäbchen, die miteinander
verleimt sind. Dieser Verleimungsprozess sorgt dafür, dass die Tischlerplatte sich nicht verzieht. Je schmaler die Stäbe,
umso geringer ist die Neigung zu Quell- und Schwindbewegungen des Materials. Man spricht von Stäben, wenn die verleimten
Vollholzleisten etwa 24 mm breit sind. Im Handel werden solche Tischlerplatten unter der Abkürzung "STAB" angeboten. Als
Stäbchen werden schmalere Leisten mit einer Stärke von 5-8 mm bezeichnet. Im Handel bekommen Tischlerplatten dann den
Zusatz "STAE".
"Eingehüllt" wird die Mittellage beiderseits von einem Deckfurnier, das in der Regel aus drei Lagen besteht. Besonders
hochwertige Platten besitzen fünf Lagen: Dabei werden zwei weitere Furnierlagen verleimt, wobei die Faserrichtung
benachbarter Lagen um 90° versetzt ist. Diese Platten haben eine besonders ebene Oberfläche. Tischlerplatten werden in
Stärken von 8 mm bis 54 mm und je nach Deckart in verschiedenen Größen angeboten (z.B. 1.850 x 5.200, 2.050 x 5.200,
1.220 x 2.440 mm). Zum Einsatz kommen Tischlerplatten im Möbel- und Innenausbau. Beispiele hierfür sind Einbaumöbel,
Türblätter, Wand- und Deckenvertäfelungen sowie Fachböden für Regale.
Für Heimwerker wichtig zu wissen: Tischlerplatten können mit normalem Holzleim
oder Holzkleber verleimt werden. Beim Verdübeln mit geriffelten Holzdübeln sollte das Bohrloch 0,2 mm kleiner sein als der
Dübel. Bei Verschraubungen muss generell mit dem Holzbohrer vorgebohrt werden. Empfehlenswert ist ein Bohrdurchmesser, der
dem Kerndurchmesser des Schraubengewindes entspricht. Beim Verschrauben sollte ein Mindestabstand von 20 mm zur
Plattenkante und von 70 mm zu den Ecken eingehalten werden, wobei der Abstand zwischen den Schrauben mindestens 30 mm
betragen sollte. Tischlerplatten können mit hartmetallbestückten Sägeblättern auf gängigen Kreissägen gesägt werden,
jedoch empfiehlt es sich für den Heimwerker, die Platten im Handel genau zuschneiden zu lassen.
Alle Fotos: SWL-Holzplatten