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Holzbox sorgt für angenehmes Klima im Pfarrstadel |
Moderner Holzbau trifft historisches Gemäuer. Unter diesem Motto könnte der frisch restaurierte Pfarrstadel aus dem Jahr 765 in Schwindkirchen (Lkr. Erding) stehen. In den Pfarrstadel hinein wurde das moderne Pfarrheim Mariä Himmelfahrt als "Haus im Haus" gebaut - komplett aus Holz. Das historische Gebäude umgibt den Holzbau wie eine Klimahülle: Im Winter wärmt der Stadel den Pfarrsaal, im Sommer wirkt er wie eine "Jalousie". Das Projekt wurde beim Architektur-Wettbewerb "Architekturpreis 2002" mit einem Preis versehen. Planverfasser sind die arc Architekten Biesterfeld, Brennecke, Illig, Richter, München.
Bedeutung gewinnt das Projekt vorrangig in der Haltung, die der denkmalgeschützte Stadel als Teil eines Gesamtensembles besitzt. Durch ein ungewöhnliches Konzept konnte das Ziegelgebäude erhalten werden. Dazu reichten nur relativ geringe Eingriffe in die historische Substanz aus - wie das Verstärken der freigelegten Dachkonstruktion durch filigrane Stahlseile. Der absolute Clou ist jedoch die Holzbox im Innern des Gemäuers. Die kostengünstige Holzbox als Versammlungsraum übernimmt nur noch die Anforderungen an die räumliche Trennung. Zudem muss sie sich noch für entsprechende Versammlungen, die im gesamten Gebäude stattfinden, hinreichend öffnen lassen.
Die alte Gebäudehülle wird nicht nur als Wetterschutz und Klimahülle weitergenutzt, sondern auch durch ein interessantes Energiesparkonzept zu einem "Heizkörper" im Dachbereich aufgerüstet. Fenster im Dach durchfluten den Raum mit Sonne. Für die Energieversorgung wird die große Dachfläche des Stadels als Solarabsorber zur Beheizung des Kernhauses genutzt. So soll ein Großteil der im Winter benötigten Heizenergie künftig über die im Erdreich unter dem Kernhaus gespeicherte Sonnenwärme gedeckt werden. Gleichzeitig wird die feuchte historische Bausubstanz des Stadels temperiert und kann langsam und dauerhaft austrocknen.
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